“Wunscherfüller Lauf”

SoF-150[1]

The Sword of Freedom Corps –
Sondereinsatzgruppe der Lazarus Union CSLI

„Wunscherfüller-Lauf“ – 700 Motorradbegeisterte mit 500 heißen Öfen erfüllen großen Wunsch eines Sterbenskranken

Bernd Höhle   „Zwischenbericht“ von GenMjr CSLI Bernd Höhle

Es war ein letzter großer Traum des unheilbar an Krebs erkrankten Bruno K.: Noch einmal einen Motorradausflug zum Marbach-Stausee, in einem idyllischen Odenwaldtal zwischen Erbach und Heppenheim gelegen, machen zu dürfen.

Was sich daraus entwickelte und wie man die Macht Sozialer Netzwerke auch positiv nutzen kann, wurde am 10. Juni 2017 mehr als deutlich. Wenn das Bewusstsein die begrenzte irdische Zeit angenommen hat und der ganz große Wunsch nach Heilung nicht mehr erhört wird, zählen kleine und bescheidene Gesten viel mehr und können einem Menschen ein Lächeln und einen fast kindlichen Glanz in die Augen zaubern. So auch bei Bruno.

Der frühere passionierte Biker wollte nur noch einmal den Marbach-Stausee im Odenwald sehen und einen Ausflug mit ein paar anderen Motorradfahrern dorthin unternehmen. Seine Sterbebegleiterin vom Hospizverein Groß-Umstadt fackelte nicht lange und wandte sich mit dem Wunsch an SOF-Kamerad Dr. Thomas Draxler. Denn wenn sich einer mit Motorradaktionen auskennt, dann der bekennende Harley Fahrer und Gründer der Jesus-Biker. Die Macht der Sozialen Netzwerke Schnell bildete sich mit Martina Neuber-Beck und Tobias Becker vom Hospizverein ein Organisationsteam um Dr. Draxler, um diesen Wunsch in Erfüllung gehen zu lassen.

Man nutzte natürlich auch den Aufruf auf Facebook, ohne zu ahnen, welche Anteilnahme das Vorhaben finden und in welche Dimensionen sich das Ganze entwickeln würde. Mehr als 13.000 Mal wurde die „Wunscherfüller- Aktion“ nach den ersten zwei Wochen geteilt und verbreitete sich wie ein Lauffeuer in ganz Deutschland und einigen benachbarten Ländern. Von überall gab es „Daumen hoch“ aus der Biker Szene –eine überwältigende Resonanz. Selbst FOCUS-Online berichtete von dem Vorhaben. Plötzlich schien es, dass aus einer kleinen Ausfahrt eine richtig große Sache werden würde, die auch eine minutiöse Planung und viele Freiwillige erfordern wird. Wochenlang füllte das Projekt „Wunscherfüller-Run – strong together“ die gesamte Freizeit des Orga-Teams aus. Rechtliche Unterstützung und behördliche Auflagen.

Viele Telefonate und Gespräche auf kommunaler Ebene waren nötig, um die Rahmenbedingungen für den großen „Ausritt“ zu schaffen. Die Teilnehmer mussten versichert und Auflagen erfüllt werden. Da die Fahrt nicht von der Polizei begleitet werden konnte, war die Bedingung zu erfüllen, in Gruppen von exakt 20 Personen im Abstand von drei Minuten zu starten – eine logistische Herausforderung, wenn sich die Teilnahmezusagen nur halbwegs erfüllen sollten. Ebenso war die Begleitung eines Rettungswagens samt Notarzt Voraussetzung. Am Tag des „Wunscherfüller-Run“ war ab 10 Uhr alles für die Aktion vorbereitet: Kaffee war gekocht und Kuchenspenden standen parat, Bierzeltgarnituren waren aufgestellt und bei bestem Kaiserwetter trudelten die ersten Maschinen ein – noch vier Stunden Zeit bis zum Start. Auch Bruno war sicher aufgeregt an dem Tag. Für ihn hatte man ein Trike organisiert, auf dem er hinten zusammen mit seiner Sterbebegleiterin Platz nehmen konnte und an einem festgelegten Punkt auf der Route durch das südhessische Hügelland des Odenwalds sollte er zu den Motorradfahrerinnen und -fahrern dazustoßen.

In Schaafheim füllte sich der Kreuzungsbereich vor dem Anwesen Dr. Draxlers zunehmend, ab 13 Uhr war kein Durchkommen für den Anwohnerverkehr mehr möglich. Während der Nürnberger Liederpfarrer Johannes M. Roth die immer zahlreicher werdenden Wunscherfüller musikalisch unterhielt, wurden die Gruppen-Guides von einem Oberkommissar der hessischen Polizei, der selbst mitfuhr, eingewiesen und auf die rechtlichen Bedingungen aufmerksam gemacht. Kurz nach 14 Uhr war der große Moment gekommen: ein ohrenbetäubender Klang hallte durch das kleine Neubaugebiet im Rittersloch, als 500 Maschinen angelassen wurden. Am Startpunkt war SOF – Kamerad Markus Sell mit Stoppuhren und einer Fahne für den reibungslosen Start der einzelnen Gruppen mit den vereinbarten drei Minuten Zeitabstand zuständig und schickte die in der Hitze tapfer ausharrenden Biker auf die Strecke.

Auch am See waren die Vorkehrungen getroffen. Auf einem öffentlichen Parkplatz war ein Pavillon mit Musikanlage hergerichtet, eine kleine Band wartete bereits und vier Ordner standen parat, um die ankommenden Fahrer zu den Parkplätzen zu lotsen. Dann traf der sichtlich überwältigte Bruno K. ein – glücklich auf dem Trike sitzend und begleitet von 500 heißen Öfen – was für ein Anblick. Es wurden dann einige Ansprachen gehalten, die Geschichte Brunos und die Entstehung des Wunscherfüller-Runs erklärt und auch der Hauptakteur des Tages, selbst stimmlich nicht mehr in der Lage, lies eine Dankesrede verlesen, die manch harten Biker weich und gerührt werden ließ –spätestens bei Brunos Aussage: „Ich habe beschlossen, für diesen Tag am Leben zu bleiben…“

Nach einem gemütlichen Beisammensein mit Musik und vielen Gesprächen löste sich das Treffen am frühen Abend dann langsam auf und die Biker fuhren – mindestens so dankbar und glücklich wie Bruno – zurück in ihre Heimatorte. Der Dank des Organisationsteams ergeht an alle Helfer vor und hinter den Kulissen, und an alle Unterstützer des Vorhabens. Vor allem natürlich an rund 700 Gäste mit ihren 500 teils beeindruckenden Motorrädern, die das Projekt zum Leben erweckt haben. Ebenso danken wir der Motorradstaffel der Johanniter aus Mainz und den Fahrern des Rot-Kreuz Rettungswagens. Danke allen Kuchenspendern, an Pfarrer Johannes M. Roth und an die Guides, welche die Gruppen sicher an den Stausee geführt haben.

Ein gesonderter Dank geht an die Anwohner der Wohnsiedlung, die mit ihrem Verständnis für die Aktion den Weg für die Kolonne freigemacht haben. Ihr alle habt bewiesen, dass aus einer kleinen Idee etwas Großartiges entstehen kann und vor allem: dass sich Facebook nicht nur zur oberflächlichen Bespaßung oder propagandistischen Hetze missbrauchen lässt, sondern auch für etwas wirklich Gutes!

Dr. Thomas Draxler SOF & Der Internationale SOF Vorstand

 

002SOFundJesus-BikereinstarkesTeam-vonMarkusSell

003DieGruppenguidesinBereitschaft-vonReinholdBlaha

004AufstellungamStartpunkt-vonReinholdBlaha

005BrunoumringtvonWunscherfüllern-vonMarkusSell

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