Seite des Generalbevollmächtigten

ColOMG-02 Oliver M. Gruber-Lavin Ochoa

CV

LAZARUS UNION 2030 – ” … EINE VISION GEHT WEITER…”

Im Mittelalter wurde Lepra auch Lazarus-Krankheit genannt. Der ursprüngliche deutsche Name der Krankheit ist Aussatz. Die von der Lepra befallenen Kranken mussten außerhalb menschlicher Siedlungen leben – sie waren von der Gesellschaft „ausgesetzt“ und somit von der Gesellschaft ihrer Mitmenschen ausgesondert. Zur Isolierung (Absonderung) der Leprösen wurden außerhalb der Städte Siechenhäuser errichtet, die auch Lazarus-Häuser genannt wurden. Deshalb heißen heute in Frankreich einige Vorstädte Saint Lazare und in Italien San Lazzaro. Den gleichen Ursprung hat das deutsche Wort Lazarett.

Ein Aussätziger selbst war dabei leicht zu erkennen, mittelos war er in Fetzen und Lumpen gehüllt, der Körper von der Lepra schwer gekennzeichnet. Die Gesellschaft hatte Angst vor der Ansteckung, deswegen waren die Menschen ausgeschlossen. Sie konnten die anderen nicht kontaktieren. Sie sollen zeigen, dass sie krank sind. Die Lepra war damals unheilbar. Krank und ausgeschlossen aus der Gesellschaft, auch ein sozialer Tod.

Aussätzige standen zu allen Zeiten und in allen Kulturen exemplarisch für die Randgruppen unserer Gesellschaft.

Heute wie damals neigt der Mensch dazu, andere als “aussätzig” zu erklären. Heute wie damals war und ist Aussatz nicht nur eine medizinische Diagnose, sondern vor allem eine soziale Diagnose. Warum und wer von der Gesellschaft als aussätzig definiert wird, sagt mehr über die Aussetzenden als über die Ausgesetzten aus.

Die “Aussätzigen” heute haben andere Kennzeichen: behindert, asylsuchend, obdachlos, suchtkrank, langzeitarbeitslos, sozial schwach, psychisch instabil, … . Was immer sie auch tun, es wird ihnen schwer gemacht, dazuzugehören. Auch sie sind gezeichnet.

Aussatz wurde in vergangenen Zeiten gerne als Strafe Gottes angesehen. Heute heißt es oft: „Selber schuld!“ Und damit, entledigen wir uns unserer eigenen Verantwortung und geben dem oder der anderen noch die Schuld für seine Ausgegrenztheit. Wer vom Schicksal des Ausgestoßenseins betroffen war oder ist, der ist ganz unten angekommen

Wir dürfen nie aufhören, darüber nachzudenken, was es für einen Menschen bedeutet, ungewollt und unerwünscht zu sein.

Die Lazarus Union und ihre Mitglieder definieren sich nicht über ihre gesellschaftliche Stellung, sondern über ihr gesellschaftliches Engagement.

Die Grundhaltung unseres Handelns ist von Wertschätzung, Offenheit, Fairness und Toleranz geprägt. Wir treten allen Menschen unabhängig von Aussehen, Geschlecht, sexueller Orientierung, Herkunft, Leistungsvermögen, Alter, Religion oder Weltanschauung respektvoll und wertschätzend gegenüber. Wir stellen uns der Herausforderung, im Spannungsfeld zwischen der Erreichung wirtschaftlicher und sozialer Ziele einen vernünftigen Ausgleich zu finden.

Es ist nötig, sich wieder auf die Gründerprinzipien zu besinnen:

  • Die Lazarus Union wächst „von unten hinauf“ und nicht „von oben herunter“.
  • Die EINZIGwichtige und wesentliche „Struktur des CSLI“ ist das einzelne Mitglied.

In diesem Sinne ersuche ich alle Mitglieder der Union und auch alle Freunde und Förderer diese Vision weiterzutragen, im Sinne unseres Mottos

Viribus Unitis
O.M. Gruber-Lavin