UNOG Generaldirektor trifft NGO´s

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UNOG Director-General’s Meeting with NGOs
15.02.2018, Palais des Nations, Room XII, Genf

 

Ein Bericht von Delegiertem Hauptmann CSLI Frederic Währen

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Rund 200 Diplomaten und UNO-Delegierte folgten der Einladung von UNOG-Generaldirektor Mr. Michael Moller zur 7. Auflage des halbjährlichen Treffens. In seiner umfassenden Eröffnungsrede drückte er seine Freude aus, diese Tradition am Jahresbeginn weiterführen zu können.

Der genaue Wortlaut seiner Ansprache ist unter folgendem Link zu finden: https://www.unog.ch/unog/website/dg.nsf/(httpSpeechesByYear_en)/BE6918CC4DAA504AC125823600326C3A?OpenDocument&year=2018&navunid=DA1302D9298CEF1E80256EF700760B0B

Auszugsweise, übersetzte Zusammenfassung der wichtigsten Punkte seiner Rede:

  • Mit ihrer Reform der Friedens- und Sicherheitsaufgabe der Vereinten Nationen sollen Friedenseinsätze flexibler, effizienter und kohärenter werden. Es zielt auch darauf ab, das Krisen- und Konfliktmanagement auf Prävention auszurichten. Ein weiteres Ziel dieser Bemühungen ist es, die Ausbildung und Ausrüstung von Friedenstruppen zu verbessern und die Vermittlungsbemühungen zu verstärken.
  • Ein weiteres Reformprojekt betrifft die Entwicklungsarbeit, wobei der Schwerpunkt auf der Anpassung des Entwicklungssystems liegt, um die Umsetzung der Ziele für nachhaltige Entwicklung besser zu unterstützen. Wobei die Fortschritte bei der Erreichung der Ziele bis 2030 sehr langsam sind.
  • Der UN-Generalsekretär hat sich stark für die Gleichstellung der Geschlechter eingesetzt und ist von Worten zu Taten übergegangen. Im vergangenen September wurde eine neue Gender-Strategie als Ausgangspunkt für eine Kampagne der Vereinten Nationen zur Förderung dieser Priorität innerhalb der Organisation ins Leben gerufen. Die Frist für die Erreichung der Parität auf den höchsten Führungsebenen ist das Jahr 2021. Es ist geplant, einige Jahre vor 2030 systemweit die gesamte Parität zu erreichen.
  • Genf, welches ein Zuhause für Hunderte von Nichtregierungsorganisationen ist, spielt eine wichtige Rolle bei der Pflege dieser Beziehung, die in Substanz und in Zahlen wächst. Im Jahr 2017 wurden 981 NGOs mit beratendem Status beim ECOSOC / UN-Büro in Genf akkreditiert. Es ist 13,5% mehr als im Vorjahr. Das bedeutet, dass 4`875 NGO-Vertreter/Innen den Zugang zum Palais des Nations hatten, um an Veranstaltungen teilzunehmen und Diskussionen zu organisieren.
  • Unser Generalsekretär hat die Abrüstung ganz oben auf seine Agenda gesetzt, um mit neuer Entschlossenheit, sich auf die Prävention zu konzentrieren. In diesem Zusammenhang gibt es eine neue Dynamik, um in diesem Bereich mit dem neuen Hochkommissar für Abrüstungsfragen grosse Fortschritte zu erzielen. Wir hoffen, dass diese Dynamik von den Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen genutzt wird, um die Abrüstungskonferenz wiederzubeleben, welche unter zunehmendem Druck stand.
  • Die Bemühungen, das internationale und lokale Genf miteinander zu verbinden, wurden fortgesetzt, wobei das Palais des Nations am Tag der offenen Tür im Oktober rund 14.000 Besucher beherbergte.
  • Die UN-Bibliothek und die Archive entwickeln sich weiter zu einem “Knowledge and Learning Commons” der UN Genf. Die Archive wurden im letzten Jahr 900.000 Mal konsultiert und haben jetzt eine Sammlung von 1,7 Millionen Büchern.
  • Im Rahmen der Verpflichtungen als Gender-Champion, war 2017 das erste volle Jahr der Umsetzung der Genfer Gleichstellungspolitik der Vereinten Nationen und der Stärkung von Frauen gewidmet. Es wurde die erste „UN Geneva Gender Steering Group“ ins Leben gerufen. Angeboten wurden Schulungen für Mitarbeiter/Innen zu „Unbewussten Vorurteilen“. Weibliche Mitarbeiterinnen in Führungspositionen geschult und eine Umfrage zur Geschlechterwahrnehmung durchgeführt. Es werden auch weiterhin konkrete Mass-nahmen ergreifen, um die Vertretung von Frauen auf allen Ebenen zu verbessern und das Level 50/50 zu erreichen. Es ist eine integrative und förderliche Unternehmenskultur, ohne geschlechtsspezifische Verzerrungen, zu schaffen. Die Gleichstellung der Geschlechter und die Stärkung der Rolle der Frauen bei der Arbeit ist von der UNO Genf zu gewähr-leisten. Das UN-Genf-Büro liegt nahe am Ziel der Organisation für die Gleichstellung der Geschlechter mit 46,5%, per Ende 2017. Der Anteil der Frauen auf Führungsebene lag bei 44% zu 41% im Jahr 2016, oder 38,6% im Jahr 2015.
  • Unter dem weniger optimistischen Hinweis fielen die Worte über die finanzielle Situation der UN-Genf. Der Beschluss der Generalversammlung vom Dezember 2017, den UN-Haushalt für 2018-2019 um 286 Millionen USD unter dem vorherigen Haushalt zu belassen, wird erhebliche Auswirkungen auf die UNO Genf haben. Die Mitgliedstaaten sind proaktiv über die Auswirkungen der Finanzmittelkürzungen auf die Tätigkeit des Palais des Nations informiert. Dies ist eine grosse Herausforderung für die kommenden Jahre.

Im Anschluss an das Referat wurden die zahlreichen Fragen und Voten aus dem Plenum beantwortet. Dabei erntete Mr. Moeller wiederum sehr viel Lob für sein grosses Engagement und sein “offenes Ohr” für die NGOs und deren Vertreter/Innen.

Teilnehmer CSLI Switzerland:

            – Hauptmann CSLI, Chevalier Frédéric Ch. Währen (Delegationsleiter)

            – Fähnrich CSLI, Dame Christine M. Währen (Assistenz)

 

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