Eine HARLEY für den Papst – Abschlussbericht

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Markus Sell   Ein Bericht von Markus Sell

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PEACE-RIDE® 2019 – eine Mammutaufgabe erfolgreich (fast) zu Ende gebracht

 

Drei Jahre „Schwangerschaft mit einer Idee“, 12 Monate intensive Vorbereitung, insgesamt knapp 4000 Kilometer Fahrstrecke, ein Harley-Unikat mit 300 vergoldeten Teilen und 600 Liter Klosterbier. Wer glaubt, dies passe alles nicht zusammen, irrt. Denn genau dies waren die wichtigsten Zutaten des PEACE-RIDE®, welchen die CSLI-Kameraden Dr. Thomas Draxler und Markus Sell mit ihren JESUS BIKERN von langer Hand geplant und durchgeführt haben. Eine außergewöhnliche Friedensfahrt zu Papst Franziskus, die am 07. Juli auf dem Petersplatz in Rom zu Ende ging.

 

Es war ein seltsames Gefühl an diesem heißen Sonntag in Rom. Stundenlang standen die Jesus Biker bei 40,5°C brütender Hitze auf dem Petersplatz und warteten auf das nur wenige Minuten andauernde Angelus Gebet des Heiligen Vaters. Danach erfolgte die symbolische Übergabe mit Fahrzeugpapieren und Schlüssel von Harley Sponsor Christoph „Chicken“ Repp an Pater Karl Wallner, den österreichischen MISSIO-Nationaldirektor und nach ein paar Umarmungen und Verabschiedungen war er plötzlich vorbei – der PEACE-RIDE. Lange hatten alle auf diese Fahrt hingearbeitet und -gefiebert und so schnell waren die neun Tage auf den Straßen Bayerns, Österreichs und Italiens verflogen…

Die Reise im Zeitraffer

Der PEACE-RIDE begann – wie jede Ausfahrt der Jesus Biker – mit einem Gebet am 29. Juno in der Hauskapelle von Thomas Draxler. Nur dieses Mal etwas umfangreicher, da auch der Bürgermeister Reinhold Hehmann erschienen war, um die Gruppe zu verabschieden. Auf der Straße hatten sich schon zahlreiche Nachbarn und Bürger postiert, um den Teilnehmern einen herzlichen Abschied zu bereiten.

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An den Ausfallstraßen Richtung Aschaffenburg tauchten immer wieder Menschen auf, die der Reisegruppe zuwinkten und eine gute Fahrt wünschten. Der erste Stopp erfolgte bei der Franziskanischen Gemeinschaft von Betanien in Aschaffenburg, wo bereits der mit dem von Bruder Alberto entwickelten Klosterbier „Mönchsgeheimnis“ prall gefüllte Transporter mit Kühlanhänger wartete. Nach einem Entsendungsgottesdienst und einer Fahrzeugsegnung begann die Reise unter Medieninteresse und Anteilnahme einiger Nachbarn des Klosters endlich offiziell.

In Hettstadt bei Würzburg wurde dann die wertvollste Fracht verladen: die bereits von Papst Franziskus im Mai signierte Harley-Davidson, „Das weiße Unikat“, wie sie intern liebevoll genannt wird. Der monatelange Medienrummel um dieses Motorrad führte letztendlich dazu, dass sich Sponsor „Chicken“ dazu entschlossen hat, einen „Pope-Style“ (Papst-Stil) für selbstgebaute Harley Modelle ins Programm aufzunehmen, so dass sich zahlungskräftige Kunden auch einen ähnlichen Motorradtyp bei ihm kreieren lassen können. Aber keinesfalls ident mit dem Modell des Heiligen Vaters!

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Nach dem kurzen Zwischenstopp ging es dann direkt zum ersten Etappenziel – der Street Mag Show im Autohof Strohofer in Geiselwind.

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Betreiberin und Veranstalterin Manuela Strohofer erwartete die Biker schon sehnsüchtig und feierte mit ihnen gemeinsam bei bestem Wetter einen Freiluft-Wortgottesdienst mit der Papst-Harley an der Mariengrotte des weitläufigen Areals, zu dem sich auch einige Festivalbesucher des legendären US-Oldtimer und Rockabilly-Wochenendes gesellten. Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst von der Jesus Biker Band JBB, bestehend aus Pfr. Johannes Matthias Roth (Gesang, Gitarre, Klavier), Stefan Stumpf (Gesang, Gitarre), Markus Sell (Gesang, Keyboard), Jutta Draxler (Gesang, Percussion).

Tag 2: Altötting

 

Knapp 300 Kilometer Fahrt in den Südosten Oberbayerns zu einem der bekanntesten Wallfahrtsorte Deutschlands: Altötting. Hier entstand vor drei Jahren die Idee zum PEACE-RIDE, als Thomas Draxler auf Pater Pawel Kruczek traf, einen von 200 „God´s Guards“ – polnische Priester, die einen eigenen Motorrad-Club gegründet haben.

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Am heutigen Tag schloss sich der Kreis und Thomas konnte die damals entwickelte Idee einer Papst-Harley endlich in Natura dem Wallfahrtsdirektor Prälat Mandl und den erschienen Vertretern der regionalen Presse vorstellen. Zum Gedenken an diese Begegnung vor drei Jahren drehte Thomas mit dem „Weißen Unikat“ eine Ehrenrunde um die Gnadenkapelle mit der berühmten Schwarzen Madonna. Beim abendlichen Gottesdienst in der Magdalenen Kirche durfte die Harley repräsentativ im Mittelgang des Gotteshauses stehen. Das gemütliche Zusammensein im Garten des Franziskushauses nutzten die Jesus Biker dazu, die ersten beiden Tage Revue passieren zu lassen und feilten an Verbesserungen im Aufteilen der Motorradgruppen und an deren Fahrstil. Da der mitgereiste 40-Tonner von HD-Würzburg Village teilweise nicht in die kleinen Orte einfahren konnte, wurde beschlossen, die Papst-Harley in einen der Begleittransporter umzuladen, der eigentlich für den Gepäcktransport vorgesehen war. Somit sollte stets ein direkter Zugriff auf das Motorrad möglich sein, um es schnell vor Ort den Besuchern zeigen zu können. Gleichzeitig stellte es die Reisegruppe vor neue Herausforderungen, was den Gepäcktransport und die Logistik hierfür betraf.

Tag 3: Stift Heiligenkreuz

 

Ein besonderer und wichtiger Tag für die CSLI-Kameraden Thomas und Markus: nicht nur, dass die Jesus Biker heute einen Gottesdienst an der Theologischen Hochschule der Zisterzienser-Abtei Heiligenkreuz mitgestalten sollten, der live im Fernsehen übertragen wurde und europaweit zu sehen war. Nein – auch der angekündigte Besuch einer CSLI-Abordnung freute die Organisatoren des PEACE-RIDE® außerordentlich. Wolfgang Steinhardt ließ es sich nicht nehmen, in sommerlicher Uniform der Hitze zu trotzen und mit fünf weiteren Kameradinnen und Kameraden sowie Musikkorps-Leiter Friedrich Lentner und vier Musikern die PEACE-RIDE Teilnehmer zu besuchen und den Nachmittag und Abend mit ihrer Anwesenheit zu krönen.

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Nachdem sie das Motorrad bestaunt und sich mit vielen Jesus Bikern und dem Würzburger Harley Team ausgetauscht hatten, wohnten sie der Heiligen Messe bei, die von Pater Johannes Paul Chavanne sehr emotional und unvergessen zelebriert wurde. Seine Predigt war ein großes Lob für den Mut und das Bekenntnis der Jesus Biker, moderne und unkonventionelle Wege zu gehen, um Frieden unter die Menschen zu bringen und Gutes zu tun.

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So wie es sich Papst Franziskus auch stets wünscht und seine Nationaldirektoren auffordert, mutig und anders zu sein. Musikalisch wurde der live im Sender EWTN übertragene Gottesdienst von der Jesus Biker Band JBB und dem Bläserquintett des Musikkorps der Lazarus Union gestaltet und bereichert. Unser Dank geht hier an Fritz Lentner und seine vier Mitmusiker für die würdevolle Umrahmung des Gottesdienstes.

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Nach der Messe brachte ein plötzliches Gewitter mit Starkregen zwar den Stehempfang durcheinander, sorgte aber nach wochenlanger Hitze für eine willkommene Erfrischung. In der dampfigen Luft ließen sich einige CSLI-Kameraden spontan ihr Gastgeschenk schmecken und genossen das ihnen zusammen mit dem gelben PEACE-RIDE® Halstuch überreichte „Mönchsgeheimnis“. Danach zogen alle in den Klostergasthof um und ließen den Abend bei gutem Essen und interessanten Gesprächen ausklingen.

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Wolfgang Steinhardt regte hierbei eine Gruppenmitgliedschaft der Jesus Biker beim CSLI an, was mittlerweile bereits per Dekret durch unseren Generalbevollmächtigten Prof. DDr. Lothar Gellert offiziell bestätigt wurde. Eine große Ehre für die Jesus Biker!

Tag 4: Klagenfurt

 

Es fiel geschlossen die Entscheidung, heute keine Autobahn, sondern Landstraße zu fahren und ein wenig Niederösterreich, die Steiermark und Kärnten zu erleben. Über Semmering und Mürzzuschlag reisten die drei Motorradgruppen bei etwas kühlerem Wetter an. Eine halbe Stunde vor Klagenfurt musste dann zum ersten Mal der Regenkombi aus den Satteltaschen geholt werden.

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Das begleitende Presseteam hatte derweil vom Auto aus einige Hebel in Bewegung gesetzt, dass es nicht bei einem regnerischen Erholungstag am Wörthersee blieb, sondern dass wir noch einen Zeitungstermin bekamen und das Papst-Bike bei Kärntens Harleyhändler Nr. 1 in Klagenfurt präsentieren konnten. Bis alle Jesus Biker im Regen eingetrudelt waren vertrieb Liederpfarrer Johannes, der in der ersten Gruppe mitgefahren war, die Schlechtwetterlaune mit einigen Songs aus seinem Repertoire. Nach ein paar Stunden Gewitter klang der Abend im Hotelrestaurant aus und alle freuten sich schon auf die Weiterfahrt nach Italien.

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Tag 5: Padua

 

Über die Julischen Alpen fuhren wir entlang der slowenischen Grenze bei zunehmend schöner werdendem Wetter nach Bella Italia. Auf dem Weg nach Padua machten wir einen Zwischenstopp in Pordenone, dem Geburtsort unseres Bierbrauers und Franziskanerbruders Alberto, der dort zum ersten Mal seit längerer Zeit wieder seine geliebte Mutter in die Arme schließen konnte. Eine Polizeieskorte brachte den Tross in den „Park des 4. November“, wo die Bürgermeisterin bereits mit Pressevertretern und Mitgliedern der dortigen Franziskanischen Gemeinschaft einen Empfang vorbereitet hatte.

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Interessierte Bürger bestaunten die Papst-Harley und ließen sich mit ihr und ihren Friedenswünschen für die Welt mit dem Motorrad fotografieren und genossen neben dem mitgebrachten „Mönchsgeheimnis“ auch die italienische Variante, die von den dortigen Franziskanern frisch aus dem Fass gezapft wurde. Bei knapp 40 Grad und noch 180 zu fahrenden Kilometern war das kühle Gold für die Jesus Biker allerdings leider nur zum Anschauen gedacht…

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Nach dem freundlichen Empfang ging es dann weiter nach Padua, was viele von uns leider auch wieder im Gewitterschauer erreichten.

Am Abend besuchten die meisten noch die Altstadt und wohnten einem Gottesdienst in der Basilika des Hl. Antonius bei. Generell war eine allgemeine Freude über Pizza, Pasta und Dolce Vita bei den Teilnehmern zu spüren und der Abend klang in einer lauen Sommernacht auf der Hotelterrasse gemütlich aus.

 

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Tag 6 & 7: Assisi

Die längste Strecke der Tour mit knapp 400 Kilometern wurde für manche in brütender Hitze noch länger, da sie weite Teile Landstraße fuhren und sich die gesamte Reisegruppe dazu entschlossen hatte, einen Abstecher über Rimini zu machen, um wenigstens einmal kurz das Meer zu sehen.

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Thomas und seine Frau Jutta hatten hier einen großen Schutzengel, als ihnen ihr Hinterreifen noch im Bereich einer Autobahnraststätte platzte und nicht in voller Fahrt auf der Autostrada. Dennoch war für die beiden die Reise mit dem Motorrad vorbei und sie mussten den Rest in einem Begleitfahrzeug zurücklegen.

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Der Zwischenstopp am Meer entschädigte etwas für den Schrecken und manche sprangen zur Abkühlung kurz in die Fluten, bevor es weiter nach Südwesten Richtung Assisi ging.

Die Magie dieses Ortes zog alle in ihren Bann und es war gut, dass wir hier einen weiteren Tag verbringen konnten, um ausgiebig auf den Spuren des Hl. Franziskus zu wandeln und die wunderbare Altstadt auf dem Berg mit ihren ganzen Kirchen, Gässchen und traumhaften Ausblicken zu genießen.

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Wenngleich der zweite Tag wieder mit einer kleinen Panne begann: Obwohl wir einen Termin zur Führung durch die Basilika hatten, wurden alle Jesus Biker aufgrund ihres wilden Aussehens und der Lederkutten vom Militär bis aufs kleinste gefilzt, was rund eine Stunde Zeit kostete. Doch die Führung entschädigte alle für die Wartezeit. Die Lage der Stadt in den umbrischen Hügeln und die Aura, welche von dem Ort ausgeht, machten viele sprachlos und glücklich. Pressesprecher und Mitorganisator Markus Sell sagte in einem späteren Zeitungsinterview dankbar: „In Assisi bin ich am Peace-Ride angekommen. An dem Tag fiel der ganze Ballast der Monate andauernden Vorbereitungen wie eine schwere Last von meinen Schultern und ich begann mich auf die eigentliche Fahrt noch mehr zu freuen.“

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Bruder Alberto und Bruder Maurizio zelebrierten in einer Kapelle der Basilika einen bewegenden Wortgottesdienst und im Anschluss hatten Alle ausgiebige Zeit, Assisi auf eigene Faust zu erkunden und durch die engen Gassen zu streifen. Am Abend wurde „Das weiße Unikat“ vor der Basilika Santa Maria degli Angeli stilvoll aufgebaut und zahlreiche vorbeiflanierende Schaulustige ließen sich zu den Klängen der Jesus Biker Band JBB mit der Papst Harley fotografieren und erwarben gegen eine Spende unser Tour-Halstuch.

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Tag 8 & 9: Rom

Nach nur 180 Kilometern Fahrstrecke hieß es endlich „Benvenuti a Roma“!

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Kurz vor der Stadt trafen sich alle Teilnehmer an der letzten Raststätte und fuhren geschlossen im Konvoi in die Heilige Stadt ein. Was für ein beeindruckendes Bild war das! Rund 40 Motorräder, ein Trike, drei Transporter, davon einer mit Kühlanhänger und der Sattelschlepper von Harley Würzburg.

Wir waren emotional so aufgewühlt, dass wir uns im römischen Berufsverkehr vor lauter Vorfreude verfuhren und einmal im Zick-Zack durch die Stadt kurvten, bis wir völlig verschwitzt unser Hotel in einem etwas nobleren Wohnviertel auf den Hügeln Roms erreichten.

Nach einer knapp bemessenen Duschpause ging es sofort wieder quer durch die Stadt ans andere Ende Roms, wo Pater Karl Wallner bereits in der Papstbasilika San Paolo Fuori le Mura auf uns wartete und dort einen sehr berührenden Gottesdienst gemeinsam mit den Brüdern Alberto und Maurizio hielt.

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Am Ende erfolgte noch eine Investiturfeier, bei der zwei neue Jesus Biker ihre Kutten erhielten und zwei weitere Mitglieder nach ihrem Novizen Jahr den „Ewigen Bund“ eingingen und die geweihten Ringe unserer Gemeinschaft überreicht bekamen. Zum Abschluss der Zeremonie stellten sich die völlig erschöpften, aber überglücklichen Jesus Biker vor dem Altar zum Gruppenbild auf und schmetterten am Ziel ihrer Reise aus vollen Kehlen den Klassiker „Country Roads“ – was bislang sicherlich noch niemals ein Besucher in der zweitwichtigsten katholischen Kirche nach dem Petersdom gewagt hat: über dem Grab des Apostels Paulus diese weltliche Hymne zu singen. Aber in den glänzenden Augen aller war die Freude über die gesunde Ankunft am Zielort abzulesen. Auch wenn die Körper erschöpft waren und manche ein paar Blessuren davongetragen hatten, war das Glück und die Dankbarkeit in jedem einzelnen Gesicht abzulesen. Und dieses Glück platzte in dem Moment aus uns heraus.

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Für die meisten der Gruppe klang der Abend im „Ristorante La Vittoria“ bei gutem italienischem Essen aus. Einigen war das Lokal direkt neben dem Vatikan noch von der Audienz im Mai ein Begriff und in bester Erinnerung.

An diesem Abend gingen wir früh zu Bett, um für das große Finale auf dem Petersplatz gewappnet zu sein. Es sollte ein langer und sehr heißer Tag werden.

Bereits am frühen Morgen brachte eine erste Abordnung die Papst Harley zum Petersplatz und wie schon im Mai bekamen wir in stundenlangen Diskussionen mit der Polizei und den Militärs die italienische Bürokratie zu spüren. Obwohl man uns und das Motorrad noch von der Audienz kannte, verweigerte man uns die Zufahrt auf den Petersplatz und so mussten wir einen kleinen Altar vor den Militärabsperrungen (aber in Sichtweite zum Petersplatz) aufbauen, wo wir den vorbeiströmenden Besuchern des Angelus Gebetes das Motorrad präsentieren und der örtlichen Presse Auskunft geben konnten. Auch die restlichen Jesus Biker erhielten keine Zufahrtgenehmigung zum Petersplatz, was bedeutete, dass alle wieder quer durch Rom zur Papstbasilika vor den Mauern fuhren, dort ihre Motorräder abstellten, um dann mit 6 Taxen zurück in den Vatikan zu eilen.

Stundenlanges Warten bei über 40 Grad im Schatten zollte seinen Tribut. Bis zum Angelus Gebet waren alle von uns völlig durchnässt, aber glücklich, als sich der Heilige Vater an seinem Fenster sehen ließ, um die Gläubigen, die zu Tausenden erschienen waren, zu begrüßen und mit ihnen zu beten.

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Nach dem offiziellen Teil durfte dann endlich „Das weiße Unikat“ auf den Petersplatz geschoben werden, wo Harley Sponsor Christoph „Chicken“ Repp symbolisch Schlüssel und Fahrzeugpapiere in die Obhut der Päpstlichen Missionswerke übergab. Wir machten abschließend noch viele Bilder, bevor wir uns alle glücklich in die Arme fielen und „Arrividerci“ sagten. Denn: der PEACE-RIDE war nun offiziell am Ende angelangt.

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Einige fuhren gleich in einem Rutsch nachhause durch, eine größere Gruppe trat die Heimreise in zwei, bzw. drei Tagesetappen über die Toskana und den Gardasee an und unsere frisch vermählten Jesus Biker Maggie und Yilmaz (sie hatten eine Woche vor der Fahrt geheiratet), starteten in die Flitterwochen.

Auf dem Heimweg gab es noch einmal einen Schockmoment. Einem LKW platzte auf der Autobahn im Berufsverkehr der Reifen und die Teile erwischten in voller Fahrt unseren Bruder Stefan. Diese Aktion wäre fast schlimm ausgegangen, aber wie durch ein Wunder konnte er das in die Luft abgehobene Motorrad kontrollieren und wieder zum Stehen bringen. Zurück bleibt ein Totalschaden am Motorrad, aber er und seine Frau überstanden die Aktion unverletzt.

Fazit: Neun Tage gemeinsam Fahren, Beten und Feiern – das schweißt eine Gemeinschaft zusammen. Lässt Menschen lernen, Dinge zu ertragen, mit anderen zu fühlen, Freude und Leid zu teilen. Wir hatten manche Situationen zu meistern und wurden immer wieder gefordert, an unsere Grenzen zu gehen – manchmal auch darüber hinaus. Gestärkt gehen wir aus dieser beeindruckenden Reise hervor und hoffen, das Erlebte im Herzen und in Gedanken mit uns zu tragen und vor allem weiterleben zu lassen!

Wie es weitergeht

 

Das Motorrad ist nun wieder zurück im bayerischen Hettstadt bei Harley-Davidson Würzburg Village, wo es – frisch aufpoliert – bis zur Versteigerung im Oktober sicher verwahrt wird.

Zur Zeit werden die Verträge mit dem drittgrößten Auktionshaus der Welt abgeschlossen: die Firma Bonhams in London übernimmt nun das weitere Marketing und die Akquise zahlungskräftiger Klientel, um zum besagten Termin im Herbst, bei dem ausschließlich Luxus-Oldtimer und -Motorräder versteigert werden, einen möglichst hohen Betrag zu erzielen. Eine Jesus Biker Abordnung wird zu diesem Anlass nach England reisen und der Auktion beiwohnen. Für uns ist die Hauptaufgabe nun erfüllt. Bleibt zu beten und zu hoffen, dass der Erlös der Auktion großzügig ausfallen wird und wir die erhofften Vorgaben des Projektplans in Uganda erfüllen können. Auch hier wollen wir uns vor Ort natürlich vom ordnungsgemäßen Einsatz der Gelder und dem Ergebnis des Waisenhausbaus persönlich überzeugen. Ein wunderbarer Abschluss des PEACE-RIDE und eine große Ehre ereignete sich zeitgleich mit dem denkwürdigen 50. Jubiläum der ersten Mondlandung:

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Am 20. Juli 2019 erhielten die Jesus Biker ihre Anerkennungsurkunde als offizielles Gruppenmitglied des CSLI vom Generalbevollmächtigten Prof. DDr. Lothar Gellert. Wir sind überglücklich über diese große Ehre und Aufgabe, die wir mit Freude und Demut annehmen und bedanken uns bei unseren geschätzten Freunden Wolfgang Steinhart für den Impuls, die Gruppenmitgliedschaft zu beantragen, und Lothar für die Aufnahme und den unglaublichen Vertrauensvorschuss!

VIRIBUS UNITIS!

JB-Logo einzeilig

Weitere Bilder findet Ihr auf www.peace-ride.eu Text: Markus Sell, CSLI/SOF Schaafheim, Pressesprecher der JESUS BIKER® International Fotos: Reinhold „The Matrixer“ Blaha & René Pinto Gonҫalves
 

Bericht JESUS BIKER in Kronenzeitung 900