Titularsitz Burg Kreuzensteim

 

Die Burg Kreuzenstein ist Titularsitz

der Ehrenritterschaft der Lazarus Union

 

Der Besitzer der Burg hat dem Kapitel der Ehrenritterschaft sein Einverständnis übermittelt, dass die Burg Kreuzenstein mit sofortiger Wirkung als der „offizielle Titularsitz der Ehrenritterschaft der Lazarus Union“ geführt werden darf. Das ist ein ganz wichtiger Meilenstein in der Geschichte der Lazarus Union und deren Ehrenritterschaft und wir sind der Familie Wilczek, aber ganz besonders dem Besitzer der Burg, Hans-Christian Graf Wilczek, in großer Dankbarkeit verbunden. Ein Besuch dieser wunderbaren Burg ist für jedes Mitglied der Lazarus Union fast eine Pflicht!

Näheres unter: www.kreuzenstein.com

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Lage der Burg
Die Burg liegt nördlich der Donau auf einer Anhöhe des Rohrwaldes, direkt über der Ortschaft Leobendorf und zwischen den Städten Korneuburg und Stockerau. Die Seehöhe beträgt 266 m ü. A., die Höhe über der Donau etwa 100 m.

Der Burgberg steht unweit des Donauknies bei der Wiener Pforte, sodass er einen weiten Blick auf den Stromverlauf und das vorgelagerte Korneuburger Becken ermöglicht. Etwa gegenüber, am Südufer der Donau, liegt die Burg Greifenstein.

Geschichte

Die mittelalterliche Burg der Habsburger

Die Ursprünge der Burg Kreuzenstein gehen wie die der meisten Burgen in Niederösterreich auf das 11. Jahrhundert zurück. Von den Formbachern erbaut, kam sie durch Heirat in den Besitz der Grafen von Wasserburg. Über Ottokar II. von Böhmen gelangte die Burg 1278 in den Besitz der Habsburger.

Der unter dem Vorwand des Aufruhr in Nikolsburg (Mähren) verhaftete Täuferprediger Balthasar Hubmaier wurde im Juli 1527 auf die Burg Kreuzenstein überstellt und dort verhört. Da er einen Widerruf ausschlug, wurde er zum Tode verurteilt und am 10. März 1528 in Wien verbrannt.

Bis zum Dreißigjährigen Krieg wurde sie nie erobert. Dann allerdings fiel sie in die Hände des schwedischen Feldmarschalls Lennart Torstensson und wurde bei seinem Abzug 1645 an drei (andere Quellen sprechen von vier) Stellen gesprengt.

Der Wiederaufbau unter den Grafen von Wilczek

Als Ruine kam die Burg im 18. Jahrhundert in den Besitz der Grafen Wilczek, welche ein großes Vermögen durch ihre Kohlengruben in Schlesien angehäuft hatten. Der als Polarforscher bekannt gewordene Johann Nepomuk Graf Wilczek begann ab 1874 an derselben Stelle schrittweise eine Schauburg aufzubauen, die zwar im Aussehen keineswegs der ehemaligen Burg entspricht (“romanisch-gotische Musterburg”), aber die vorhandenen Reste der mittelalterlichen Burg (vor allem Teile der Ringmauer, Rumpf des Ostturmes und Teile der Kapelle) in die Gestaltung miteinbezieht.Mit etwas geübten Blick sind die mittelalterlichen Baureste von dem Mauerwerk der Bauteile des 19. Jahrhunderts gut unterscheidbar. Die Bauleitung hatte bis zu seinem Tod 1895 der Architekt Carl Gangolf Kayser inne, danach Ritter Humbert Walcher von Molthein und der Künstler Egon Rheinberger. Unter der Kapelle wurde eine Familiengruft errichtet. Auch Wilczek selbst hat hier seine letzte Ruhestätte gefunden. Die gesamte Burg wurde zum einen aus bzw. auf den Resten der mittelalterlichen Burg, zum anderen aus einer Vielzahl originaler Bauteile errichtet, die Wilczek aus ganz Europa zusammengetragen hatte. Zudem wurde die Burg mit einer großen Sammlung mittelalterlicher Einrichtungsgegenstände ausgestattet. Die Arbeiten dauerten 30 Jahre – bei der offiziellen Neueröffnung am 6. Juni 1906 war unter anderem Kaiser Wilhelm II. von Deutschland anwesend. 1915 brannten nach einem Blitzschlag teilweise der Archiv- und Bibliothekstrakt aus.

Die Burg Kreuzenstein heute

Bei den Kampfhandlungen im Jahr 1945 zwischen der deutschen Wehrmacht und der Roten Armee wurde ein Teil der Räume stark beschädigt und viele Stücke der Sammlung gestohlen. Von den Handschriften der Sammlung Wilczek befinden sich etliche inzwischen in der Österreichischen Nationalbibliothek.

Heute ist die Burg ein beliebtes Ausflugsziel im Wiener Umland und als Museum zu besichtigen. Ende Juni fand jedes Jahr die klassische Burgserenade direkt im Burghof statt. Auf Wunsch des Burgherrn gibt es diese jedoch nicht mehr. Außerdem befinden sich am Hügel die Adlerwarte Kreuzenstein, die auch öffentliche Greifvogelschauen veranstaltet, und die vor kurzem neu gestaltete Burgtaverne, die jetzt eine mittelalterliche Schenke wiederaufleben lässt.

Seit Juni 2013, Titularsitz der Ehrenritterschaft der Lazarus Union.

Die “Brücke” zur Lazarus Union

Wenn man sich die Geschichte der Burg Kreuzenstein ansieht, ist leicht zu erkennen, weshalb gerade die Burg Kreuzenstein so gut als Titularsitz für die Ehrenritterschaft der Lazarus Union geeignet ist.

So wie die Burg Kreuzenstein bis zum Dreißigjährigen Krieg nie erobert wurde, und erst 1675 gesprengt wurde, bestand auch der Lazarus Orden bis zum Ende der Französischen Revolution, bis er 1830 per Dekret aufgelöst wurde. So wie die Burg Ende des 11. Jahrhunderts n.Chr. erbaut wurde, wurde auch der Lazarus Orden Ende des 11. Jahrhunderts n.Chr. gegründet. Diese Paralellen sind einzigartig!

Idealisten ließen den Lazarus Orden im Jahre 1937 wieder auferstehen indem sie an die alten Traditionen anknüpften. So wie auch die Familie Wilczek die Ende des 19. Jahrhundert damit begonnen hat, in Anlehnung an die alten Tradfitionen diese Burg wieder aufzubauen.

Die Burg in der neuen Art hat ein etwas anderes Aussehen als die ursprüngliche Burg Kreuzenstein obwohl viele originale Bauteile verwendet wurden und auch der „neue“ Lazarus Orden ist in seinen „Bauteilen“ auf die Wurzeln der Kreuzritter zurückzuführen. Tatsächlich ist er aber eine Neugründung (eine neue Burg) und wie auch die Lazarus Union, eine moderne, weltweite, karitativ tätige Hilfsorganisation, die auf den Idealen des ursprünglichen Lazarus Ordens aufbaut, ohne unbedingt ein Orden (weder ein weltlicher noch ein geistlicher Orden wie auch die LAZARUS UNION) sein zu müssen!

Aufgebaut auf den Resten der alten Burg, sind die alten erhaltenen Teile der alten Burg deutlich zu sehen. Genau so, wie auch in der Ehrenritterschaft der Lazarus Union die alten ritterlichen Tugenden gehegt und gepflegt und einer modernen Gesellschaft sichtbar gemacht werden.

Deshalb passen die bewegte Geschichte der Burg Kreuzenstein und die nicht weniger ereignisreiche Geschichte der Ehrenritterschaft der Lazarus Union so gut zusammen und deshalb sind wir sehr froh, gerade DIESE Burg Kreuzenstein als unseren offiziellen Titularsitz bekommen zu haben.
Weitere Bildimpressionen:


Familie Wilczek:

In der Familienchronik der Familie Wilczek sind viele Taten und Gründungen von Einrichtungen die einige Grundsatzgedanken der Lazarus Union sinngemäß beinhalten. So wird u.a. ausgeführt:

Graf Johann Nepomuk Wilczek (1837 – 1922), der Spross eines alten, bis ins 12. Jahrhundert zurückreichenden polnischen Adelsgeschlechts, war einer der bedeutendsten österreichischen Aristokraten seiner Ära. Persönlich für seine äußerste Bescheidenheit und Genügsamkeit legendär, war er zugleich als Großgrundbesitzer und Eigentümer des zweitgrößten Kohlebergwerks der k.u.k Monarchie einer der vermögendsten Unternehmer des Reichs.

Als Mitglied des Hochadels bekleidete er als einflussreicher Kämmerer das wichtigste Ehrenamt am Wiener Hof und stellte als großzügiger Philantrop große Teile seines Vermögens in den Dienst der Förderung von Kunst, Kultur und Wissenschaft sowie zahlreicher sozialer Einrichtungen. Zu seinen bis heute bedeutungsvollen Leistungen zählt etwa die Gründung der Wiener Rettungsgesellschaft (der heutigen Rettungs- und Krankenbeförderungsdienst der Stadt Wien) 1881 unter dem Eindruck der Katastrophe des Ringtheaterbrandes und die Gründung des Wiener Rudolfinerhauses 1882 gemeinsam mit Theodor Billroth, dem Wiener Pionier der modernen Chirurgie.

In jungen Jahren widmete er sich archäologischen, kunst- und naturhistorischen Studien und unternahm zwischen 1860 und 1870 mehrere Jagdreisen nach Afrika. Als Ehrenmitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und als Präsident der Österreichischen Geographischen Gesellschaft war Wilczek als treibende Kraft und Finanzier am Zustandekommen der ersten österreichische Nordpolexpedition 1872 – 1874 unter der Leitung von Carl Weyprecht und Julius Payer maßgeblich beteiligt. Auf der Isbjörn begleitete er persönlich von Spitzbergen aus das Expeditionsschiff Admiral Tegetthoff bis zur Barentsinsel, um dort ein großes Lebensmittel- und Kohledepot anzulegen, knapp ehe die Forscher unter dramatischen Umständen zwei Polarwinter lang im Packeis eingeschlossen wurden. Noch heute tragen zwei im Zuge der Expedition entdeckte Inseln im Arktischen Ozean den Namen des großen Förderers.

Als persönlicher Freund und Förderer der bekanntesten Künstler seiner Zeit – etwa der bedeutendste Vertreter der österreichischen Monumental- und Historienmalerei Hans Makart – gründete Wilczek u.a die Gesellschaft der Wiener Kunstfreunde. Neben der Organisation und Finanzierung zahlreicher Kunstausstellungen war Wilczek u.a. von 1894 bis 1918 auch als Kurator des Heeresgeschichtlichen Museums in Wien tätig. Neben seiner großen Kunstleidenschaft war nicht zuletzt auch seine große persönliche Vorliebe für das Sammeln historischer Waffen und Rüstungen einer der Auslöser für die Wiedererrichtung der Ruine Kreuzenstein, die bis heute das bekannteste Baudenkmal seines umfangreichen Lebenswerks darstellt.

Graf Johann Nepomuk Wilczek wurde mit vielfachen Ehrungen bedacht, unter anderem von der Akademie der Wissenschaften, von Kaiser Franz Joseph, der ihn zum Ritter des Goldenen Vlieses schlug sowie von der Stadt Wien, die ihn zum Ehrenbürger ernannte. Er starb 1922 in Wien und liegt in der Familiengruft auf Burg Kreuzenstein bestattet.

NÖN-Titularsitz LU