Besuch in Litauen

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Der Generalbevollmächtigte der Lazarus Union
besucht das Litauische Lazarus Corps

 

Gellert Lothar Juli 2019 100   Ein Bericht von Prof.DDr.Lothar Gellert

 

Zu einem Kurzbesuch anlässlich des jährlich stattfindenden Hafenfestes in Klaipeda war ich vom 26.-28.7. in Litauen beim Lazarus-Corps Litauen.

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Bereits bei der Ankunft wurde ich vom Kommandanten des Lazarus-Corps Litauen, Giedrius Petruzis in Empfang genommen.

Der Abend begann dann mit einem gemeinsamen Abendessen mit dem Kameraden Petruzis, zu dem sich dann auch noch Eugenijus Mantulovas (Long-Distance Captain, Director of Swedish Stevedoring Company, Head of Ecological Safety Division of CSLI) dazugesellte.

Nach dem Essen wurden mir die Schönheiten der Altstadt Klaipedas, vielen noch unter dem Namen Memel bekannt, gezeigt. Insbesondere ein Großsegler aus Kolumbien (A.R.C. Gloria) war die Attraktion im Hafen der Stadt, wo viele das Hafenfest feierten.

Eine Theatergruppe aus Frankreich präsentierte ein Schauspiel mit aufblasbaren Meerestieren, wobei diese Ballons an langen Schnüren von unten „geführt“ wurden.

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Der Samstag war dann wieder gefüllt mit offiziellen Terminen. So wurde mir die Ehre zuteil, vom Oberkommandierenden der litauischen Marine empfangen zu werden. Besonders gefreut hat sich Konter-Admiral Arunas Mockus, als ich spontan das Navy-Formationsabzeichen von meiner Uniform abnahm und es dem Konter-Admiral als Zeichen der Erinnerung überreichte.

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Da der Konter-Admiral Mockus einen Teil seiner Ausbildung in Deutschland absolviert hatte, nahm er gern das Angebot an, Ehrenmitglied der Marinekameradschaft EFM – Landeskommando Deutschland – zu werden. Als Gegengeschenk wurde mir eine persönliche Erinnerungsmedaille des Konter-Admirals überreicht.
 

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Im Anschluss an den Besuch beim Konter-Admiral ging es dann zum Hafen, von wo aus die Einschiffung auf See zur Ehrung der verstorbenen Seeleute stattfand. Das Lazarus-Corps Litauen hatte zu diesem Zweck eigens einen Kranz mit 2 Schleifen anfertigen lassen, wobei auf der einen Schleife der Name und die Funktion des GBV und auf der anderen Schleife Name und Funktion des Kommandanten des Lazarus-Corps Litauen zu lesen waren. Da der Kommandant und ich die einzigen Personen an Bord in Uniform waren, stellten wir zugleich begehrte Fotoobjekte für Jung und Alt dar und viele Kinder ließen sich mit den Uniformträgern zusammen fotografieren. Beeindruckend war die Herzlichkeit der fremden Menschen an Bord, die sofort Getränke und mitgebrachte Speisen anboten.

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Nachdem das Boot die 3-Meilen-Zone erreicht hatte, wurde es gestoppt, so wie auch die anderen mitfahrenden Boote. Eines davon war ein Marineboot mit dem Präsidenten von Litauen an Bord. Von diesem Boot wurden zuerst Kränze und Blumen dem Wasser übergeben. Nach einer kurzen Schweigeminute warfen der Kommandant des Lazarus-Corps Litauen und ich als uniformierte Würdenträger gemeinsam den mitgebrachten Kranz ins Wasser, erboten den verstorbenen Seeleuten ihren letzten Gruß durch militärisches Grüßen und überließen dann den anderen Passagieren das Feld, damit auch sie ihre mitgebrachten Blumen dem Meer übergeben konnten.

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Nach der Rückkehr des Bootes fand in einer Kirche die Neuaufnahme von vier neuen Kameraden statt, wobei eine Segnung und ein Gebet des dort amtierenden Paters Benedikt erfolgte. Bei den neu aufgenommenen Kameraden handelt es sich um

Adomas Skezgelas,
Jonas Liutkus,
Evaldas Petrauskas,
Aurimas Šacauskas,

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Nach der Zeremonie in der Kirche ging es auf den deutschen Soldatenfriedhof von Klaipeda/Memel, wo ich mit dem Kommandanten des Lazarus-Corps Litauen ein Gesteck am Erinnerungskreuz aufstellten. Auf den um das Kreuz herum befindlichen Marmorplatten sind die Namen aller bekannten deutschen Soldaten, die im Memelland ihr Leben ließen, eingraviert.

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Ein geplanter Besuch im Uhrenmuseum von Klaipeda konnte leider nicht stattfinden, weil das Museum aufgrund des Hafenfestes geschlossen war. So ging es direkt am Nachmittag hinaus aufs Land nach Kretingale, früher Crottingen und nicht zu verwechseln mit Kretinga (s.u.) zum Mittagessen. Bei diesem Mittagessen war außer dem Kommandanten des Lazarus-Corps Litauen und den neu aufgenommenen Mitgliedern auch noch anwesend Sergejus Ivanovas, der beim International Institute of Political Sciences arbeitet und sich sehr für den Schutz der Menschenrechte einsetzt. Auch er ist ein Kamerad der Lazarus Union. Bei diesem Essen konnten bereits einige Fragen der anwesenden Kameraden zur Lazarus Union geklärt werden.

Nach dem verspäteten Mittagessen, das sich nun bis in die frühen Abendstunden hinzog, ging die Fahrt zurück in die Innenstadt, wo ich die Zeit nutzte, die Stadt noch ein wenig auf eigene Faust zu erkunden.

Der Sonntag begann mit einem kurzen Spaziergang durch die Altstadt, wo sich uns der Großkanzler Arvidas Alasavičius anschloss. Mit ihm konnten Fragen der Urkundenausstellung geklärt werden. Leider musste er sich aus familiären Gründen zwischenzeitlich verabschieden, so dass das weitere Programm wieder nur mit dem Kommandanten Giedrius Petruzis stattfand. So fuhren wir zunächst in den Sommerkurort Palanga, wo das Bernsteinmuseum im ehemaligen Herrenhaus des Grafen Feliks Tyszkiewicz zu besichtigen ist. Es war erstaunlich zu sehen, was aus Bernstein alles hergestellt werden kann. Aber das Herrenhaus gab auch einen guten Einblick in die damalige Wohnkultur. Um das Haus herum liegt ein wunderschöner Park.

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Ebenfalls nicht weit entfernt im Ort Palanga liegt das Sommer-Aufenthaltshaus des damaligen Präsidenten der UdSSR Leonid Breschnew, das heute ein 4-Sterne-Hotel ist.

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Im Anschluss daran ging es in den wenige Kilometer entfernten Ort Kretinga, früher Krottingen. Dort hat der Architekt und Kamerad Adomas Skiezgelas ein Steinmonument errichtet, das den Fürsten Paminklas J.K. Chodkeviciui darstellt. Darüber hinaus gibt es auch hier ein Herrenhaus des Grafen Tyskiewicz, das einen herrlichen Wintergarten enthält sowie Artefakte aus dem Leben des Grafen.

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Bei einem gemeinsamen Mittagessen, bei dem auch Sergejus Ivanovas anwesend war und dem ich sein Mitgliedsabzeichen des Litauischen Lazarus Corps überreichen konnte, wurden allgemeine Fragen der Aufgaben der Lazarus Union und ihrer Bedeutung bei den Vereinten Nationen besprochen. Ich fühlte mich durch die Überreichung von Erinnerungsgaben tief geehrt und überreichte dem Kommandanten des Lazarus-Corps Litauen ein Fahnenband der Lazarus Union für die Corps-Fahne.

Den Abschluss bildete ein gemeinsames Kaffeetrinken in der 20. Etage eines Wolkenkratzers in Klaipeda, zu dem auch wieder der Großkanzler hinzukam und bei dem die letzten offenen Fragen beantwortet wurden.

Von dort ging es direkt zum Hafen von Klaipeda, von wo aus ich die Heimreise nach Deutschland antrat.

Es war eine sehr schöne Reise mit interessanten Einblicken in die Geschichte und Kultur dieses Landes. Weitere Treffen wurden bereits für das kommende Jahr vereinbart. Und ein großer Dank geht an den Kommandanten des Lazarus-Corps Litauen, Giedrius Petruzis sowie seinem Team für die Organisation dieser Reise und die umfassende Betreuung.

 

Prof.DDr. Lothar Gellert