20. Juli – vor 154 Jahren

MKFM[1]

Liebe Kameradinnen und Kameraden,

heute wollen wir an ein Ereignis erinnern, das vor 154 Jahren stattgefunden hat und eng mit der Lazarus Union bzw ihrer Marinekameradschaft verbunden ist.

Ich spreche von der berühmten Seeschlacht von Lissa, der größten Seeschlacht seit Trafalgar (so Wilhelm M. Donko, Österreichs Kriegsmarine, Eine Seemacht und ihr Ende, W-H-Verlag).

Diese Seeschlacht wurde ausgetragen zwischen der KuK-Kriegsmarine und der italienischen Marine und war Teil des Dritten Italienischen Unabhängigkeitskrieges.

Auf Seiten der italienischen Marine wurde die Schlacht von Admiral Carlo Pellion di Persano gelenkt, auf Seiten der KuK-Kriegsmarine durch Konteradmiral Wilhelm von Tegetthoff.

Tegetthoff

Konteradmiral Tegetthoff Quelle: Gemeinfrei

Die Schlacht begann bereits am 18. Juli 1866 als der italienische Admiral begann, die Insel Lissa (heute Vis) zu beschießen und damit eine Landung vorbereitete. Tegetthoffs Schiffe waren zunächst alle im Kanal von Fasana versammelt und er entschied sich, der italienischen Flotte entgegenzufahren, und zwar in der berühmten Dreiecksformation in drei Wellen. In der ersten Welle befanden sich die für die damalige Zeit modernen Panzerschiffe unter seinem Kommando.

Die italienische Flotte fuhr in Kiellinie hintereinander her.

Am 20. Juli begann Tegetthoff mit dem Angriff. Ein vorteilhafter Umstand für die KuK-Flotte war, dass der italienische Admiral plötzlich sein Flaggschiff wechselte, womit er selbst die italienische Flotte überraschte und verwirrte. Allerdings stellte sich das als Glücksfall für den italienischen Admiral heraus, denn sein ursprüngliches Flaggschiff „Re d’Italia“ wurde durch Artilleriebeschuss beschädigt. Tegetthoff entschied sich dann zu einer sehr drastischen Maßnahme. Er fuhr mit seinem Flaggschiff direkt auf die beschädige „Re d’Italia“ zu und rammte es mit seinem Flaggschiff. Das italienische Schiff sank mit über 300 Seemännern an Bord.

 Rammstoß Re d’Italia nach dem Rammstoß Quelle: Gemeinfrei

Weitere Schiffe der italienischen Marine wurden so stark getroffen, dass sie ebenfalls sanken. Zahlreiche Schiffe wurden darüber hinaus auf beiden Seiten beschädigt. Allerdings verlor Tegetthoff kein einziges Schiff und insgesamt verstarben nur 38 Seeleute der KuK-Marine, während die italienische Marine 612 Seeleute verlor.

Die italienische Marine zog sich nach den schweren Verlusten, die sie erlitten hatte, demoralisiert zurück. Man sagt, dass diese Verluste insbesondere durch die taktische unzureichende Führung eingetreten seien. Tegetthoff war der bessere Taktiker, seine Seeleute waren besser ausgebildet und sein Sieg ist insbesondere der Rammtaktik zu verdanken, die zu diesem Zeitpunkt bereits als veraltet galt.

Die Seeschlacht von Lissa war die erste große Schlacht zwischen Panzerschiffen und zuletzt die letzte Seeschlacht, in der auch reine Holzschiffe eine große Rolle spielten.

Aufgrund seines überwältigenden Sieges wurde Tegetthoff daraufhin zum Vizeadmiral befördert.[1]

Was hat nun diese Schlacht mit der Lazarus Union bzw ihrer Marinekameradschaft zu tun? Die Antwort lautet:

Das Flaggschiff von Konteradmiral Tegetthoff trugt den Namen „SMS Erzherzog Ferdinand Max“, wurde aber nur unter dem Namen „Ferdinand Max“ bekannt.

Flaggschiff

Quelle: Von http://www.geocities.com/pentagon/bunker/5294/battle.html, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=595758

Unsere Marinekameradschaft „Vizeadmiral Erzherzog Ferdinand Max“ erinnert damit immer an diese berühmte Seeschlacht.

[1] Die Schlachtenbeschreibung ist dem Inhalt nach dem Buch von Wilhelm M. Donko, Österreichische Kriegsmarine – Eine Seemacht und ihr Ende, W+H-Verlag, ISBN 978-3-9504475-3-8, insbes. S. 14/15 entnommen